Liberale sprechen sich für Ibbenbürener Bewerbung aus: „Wir müssen neue, attraktive Punkte setzen“

Ibbenbüren als Gastgeber der Landesgartenschau (Laga)? Wenn es nach der FDP in Ibbenbüren ginge, könnte das schon 2026 oder 2029 der Fall sein. Denn nach dem Ende des Kohlebergbaus „müssen wir neue, attraktive Punkte setzen“, sagt die FDP in einem Antrag an die Stadt Ibbenbüren.

Eine Landesgartenschau wäre für die Stadt und diese Region nachhaltig, sie bleibe auch nach Beendigung in schöner Erinnerung, sagt die FDP und verweist auf Gronau 2003. Zudem sei Ibbenbüren schon durch seine Lage ein interessanter Gastgeber und könne den Aasee, den Teutoburger Wald, den Botanischen Garten, das Hockende Weib und das Zechengelände mit einbeziehen. Dort könne man den Flächen und der Infrastruktur einen neuen Sinn geben.

Auch Landrat Dr. Klaus Effing findet die Idee gut, dass sich Gemeinden aus dem Kreis für eine Landesgartenschau bewerben, wie er kürzlich bei einem Termin erklärte. Der nördlichste Kreis des Landes sei nach seiner Wahrnehmung ein durchaus interessanter Gastgeber. „Der Kreislehrgarten an sich ist schon eine kleine Landesgartenschau, oder die Metelener Heide, oder die Kreisregion Lotte/Westerkappeln, Emsdetten oder Hörstel mit dem Kanal“, fallen dem Landrat auf Anhieb „gute Möglichkeiten“ ein.

Für die Bewerbung für eine Landesgartenschau sind einige Voraussetzungen nötig. Die zu nutzenden Flächen müssen der Kommune gehören. Die Kommune und die Bevölkerung müssen die Landesgartenschau wollen; somit sollen Vereine, Interessengruppen usw. mit eingebunden werden, zum Beispiel durch die Gründung eines Fördervereins. Im Vorfeld einer Bewerbung sollte eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben und die Finanzierung geklärt werden. Und in die Bewerbung sollen auch ökologische Kriterien aufgenommen werden.

Die Bewerbung wird beim NRW-Landesministerium für Naturschutz und Umwelt eingereicht. Im Anschluss ist eine Ortsbegehung durch eine Jury, die eine Empfehlung an das Ministerium gibt. Bewerbungsfristen sind für die Landesgartenschau 2026: November 2021; für die Landesgartenschau 2029: im März 2024.

Die Förderung beträgt sechs Millionen Euro als Festbetrag für Investitionen (für fünf Haushaltsjahre). Weitere Förderprogramme im Umfeld werden dann prioritär behandelt. Die Förderung wird von der zuständigen Bezirksregierung koordiniert.

Landesgartenschauen finden in NRW in der Regel alle drei Jahre statt. Die letzte Gartenschau wurde 2017 von Bad Lippspringe ausgerichtet. Die nächste Landesgartenschau findet im Jahre 2020 in Kamp-Lintfort statt. Gastgeber der Gartenschau im Jahre 2023 wird die Stadt Höxter sein. Interessierte Kommunen können sich für die Jahre 2026 und 2029 jetzt schon bewerben. Gastgeber der ersten Landesgartenschau war 1984 die Stadt Hamm. Insgesamt gab es bisher 17 Schauen in Nordrhein-Westfalen.

Die FDP hatte den Antrag in der Ratssitzung gestellt. Der Rat hat die Verwaltung beauftragt, den Antrag zu bearbeiten. Es werde derzeit eine Vorlage erstellt, die dann zur Beratung in die Gremien gegeben wird, heißt es aus der Stadtverwaltung.

Im Jahr 2020 wird die Landesgartenschau NRW von Kamp-Lintfort ausgerichtet. Unter dem Motto „Kloster, Kohle, Campus“ wird sie die erste Landesgartenschau am Niederrhein sein. Dafür wird derzeit eine mitten in der Stadt liegende, 25 Hektar große Industriebrache des ehemaligen Bergwerks West zu einer Parkanlage umgestaltet, die Besuchern viel Raum für Bewegung, Erholung und Aktivitäten geben wird. Einige werden sich noch gut an die Landesgartenschau in Bad Iburg 2018 im Nachbarland Niedersachsen erinnern. Eine Mehrheit des Rates hatte zunächst gegen eine finanzielle Unterstützung gestimmt. In einem Bürgerentscheid entschieden sich die Bürger für die Ausrichtung. Das eintrittspflichtige Areal betrug 25 Hektar, davon waren etwa 2,7 Hektar Wasserflächen. Neben den zwölf Themengärten gab es ein Feuchtbiotop, Ausstellungen, einen Kneipp- Spielplatz und einen 439 langen Baumwipfelpfad mit einem 32 Meter hohen Aussichtsturm. Gerechnet wurde mit 500000 Besuchern, es kamen 586735. Statt eines einkalkulierten finanziellen Defizits von 200000 Euro wies die Abschlussbilanz einen Gewinn von 800000 Euro auf.

Quelle: Ibbenbürener Volkszeitung // Autorin: Sabine Plake // Bildrechte: Landesgartenschau Bad Iburg 2018 gGmbH

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