Vorstoß der FDP

Die Rührung ist Otto Cornelius anzuhören. „Da ist mir das Herz aufgegangen, als ich das gehört habe“, sagt der Vorsitzende des Schaustellervereins Tecklenburger Land. Gemeint ist eine Idee, die am Donnerstag aus der FDP-Fraktion im Ibbenbürener Stadtrat kam. Der Kern: Schaustellern, die etwa Stände für gebrannte Mandeln, Zuckerwatte, Crêpes oder andere einpackbare Produkte haben, die Möglichkeit zu geben, freitags am Wochenmarkt teilzunehmen.

Das würde den Schaustellern zumindest die Möglichkeit geben, den einen oder anderen Euro zu verdienen. „Deren letzte Einnahmen stammen aus dem Winter“, sagt FDP-Fraktionsvorsitzender Hans-Jürgen Streich im Gespräch mit unserem Medienhaus. Und durch die Corona-Pandemie sei den Schaustellern jede Möglichkeit genommen worden, Einkünfte zu erzielen. Bisher ist das ganz sicher bis Ende August so. Wie es im Herbst aussieht, vermag heute niemand zu sagen.

Otto Cornelius hat zwar die Ibbenbürener Kirmes, die im September wäre, noch nicht abgeschrieben. Er habe Hoffnung, dass sie noch stattfinden könne. Doch er gibt auch unumwunden zu, dass die Situation der Schausteller dramatisch sei: „Das ist schlimm. Ganz, ganz schlimm.“ Er wisse von Kollegen, die sich derzeit mittags gemeinsam einen Topf Essen kochen würden, um Geld zu sparen. Als Selbstständige sind auch die Schaustellerbetriebe erst an der letzten Stelle des sozialen Netzes abgesichert: Sie fallen ins Arbeitslosengeld II, sagt Cornelius – landläufig Hartz IV genannt.

Auch deshalb hofft Cornelius, dass der Antrag im Ibbenbürener Rathaus wohlwollend bearbeitet wird. Die Produkte, die in Kirmeszeiten ja um die Fressbuden herum verspeist werden, auch zum Mitnehmen anzubieten, sei kein Problem, sagt Cornelius. „Das kriegen wir hin.“ Denn im näheren Umkreis von Verkaufsstellen darf bekanntlich in Corona-Zeiten nichts verzehrt werden. Eisdielen können davon ein Lied singen.

Dass es mit dem Mitnehmen möglich sei, daran hat auch die FDP keinen Zweifel. Der Antrag betont, dass es selbstverständlich „immer nach den zurzeit gültigen Sicherheits- und Abstandsbestimmungen der Bundes-, und Landesregierungen und der Stadt Ibbenbüren“ laufen solle. „Wir erkennen darin eine Möglichkeit, auch diesen Familienunternehmen zu helfen, die zurzeit bei allen Bemühungen keine Perspektive sehen“, so die FDP.

Die Stadt prüft derzeit den Vorschlag, sagte Stadtpressesprecher André Hagel am Donnerstagnachmittag – auch darauf, wie viel mehr Frequenz so eine Freigabe auf dem Markt verursacht. Ein Ergebnis steht noch aus.

Quelle: Ibbenbürener Volkszeitung / Tobias Vieth

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